Ein neues Weiterbildungsprogramm für den Facharzt Kinder- und Jugendmedizin
Eric Girardin, Olivier Adam, Christine Aebi, Thomas Baumann, Peter Carp,
Hanspeter Gnehm, Joëlle Günthard, André Wuilloud
Das Weiterbildungsprogramm der SGP ist unter Dach! Es wurde vor wenigen
Wochen von der Kommission für Weiter- und Fortbildung der FMH (KWFB) und von der
Ärztekammer angenommen und verabschiedet.
Folgende Aufgaben wurden der Weiterbildungskommission (WBK) der SGP
übertragen:
- Die Weiterbildung für den Praxispädiater zu verbessern
- Die Lehre der allgemeinen Pädiatrie aufrecht zu erhalten und weiter zu
entwickeln
- Die Europakompatibilität sicher zu stellen
- Die Schwerpunktprogramme einzubinden
Nach einer breiten Diskussion zwischen Praxispädiatern, Weiterzubildenden und
den Leitern der Weiterbildungsstätten, abgehalten an der Klausurtagung über die
Weiterbildung in Thun im November 2001, hat die WBK folgende Zielvorgaben
anvisiert:
- Eine Basisweiterbildung von 3 Jahren und eine Sekundärweiterbildung von 2
Jahren mit einem Curriculum für Praxispädiatrie bzw. Spitalpädiatrie dem
europäischen Modell entsprechend.
- Ein detaillierter Lernzielkatalog, die europäischen Lernziele enthaltend
und damit auch diesbezüglich eine Kompatibilität garantierend.
- Die Einführung eines „log book“ für den Arzt in Weiterbildung zum „abchecken“
seines Weiterbildungsstandes.
- Die Klassierung der Weiterbildungsstätten aufgrund der
Weiterbildungskonzepte erstellt durch die einzelnen WB-Stätten.
- Die Revision der Einteilungspraxis in 2 Kategorien: Zentrale und periphere
WB-Stätten.
- Eine maximale Weiterbildungsdauer in jeder WB-Stätte für die Basis- und
die Sekundärweiterbildung, abgestützt auf die Angebote der einzelnen
WB-Stätten.
- Einführung einer strukturierten Weiterbildung mit Kursen in Neonatologie,
pädiatrischen Notfällen und Entwicklungspädiatrie.
- Ein Aufruf für das Erstellen von Weiterbildungsnetzwerken mit den
peripheren WB-Stätten und den pädiatrischen Praxen.
- Die Aufforderung und Unterstützung zur Weiterbildung in der pädiatrischen
Praxis.
Diese Vorgaben haben die Gestaltung des neuen Weiterbildungsprogrammes
bestimmt. Die folgenden Anhänge sind intergrierender Bestandteil:
Eine neue Einteilung
Die maximale Dauer ergibt sich aus dem jeweiligen Weiterbildungsangebot der
Weiterbildungsstätten, das im Weiterbildungskonzept beschrieben ist. Die
Höchstdauer hängt ab von der Grösse der Weiterbildungsstätte, der Anzahl der
weiterbildenden Ärzte, der voll- oder nebenamtlichen Präsenz der weiterbildenden
Ärzte, der Organisation einer strukturierten Weiterbildung, der Zugehörigkeit zu
einem Weiterbildungsnetzwerk, der Möglichkeit für die Ärzte in Weiterbildung,
auch in den anderen Weiterbildungsstätten des Netzwerkes eine strukturierte
Weiterbildung zu absolvieren. Einige Weiterbildungsstätten erfüllen die
Anforderungen mehrerer Kategorien. In diesem Fall kann der Anwärter dort seine
Basisweiterbildung und einen Teil der Sekundärweiterbildung oder einen Teil
seiner Basisweiterbildung und die gesamte Sekundärweiterbildung durchlaufen.
Neue Herausforderungen
Ein Programm ist nicht Selbstzweck. Jetzt muss es in die Praxis umgesetzt
werden. Drei Punkte erscheinen uns grundsätzlich wichtig:
- Ein Angebot und die Organisation für Weiterbildung in der pädiatrischen
Praxis. Bekanntlich bekennen sich viele für eine derartige Weiterbildung. Es
bestehen jedoch zahlreiche Probleme wie: Das Fehlen von Praxisplätzen für die
Weiterbildung, die Finanzierung und die Qualitätskontrolle dieser Form von
Weiterbildung. An der diesjährigen Jahresversammlung der SGP in Basel ist die
standespolitische Diskussion diesem Thema gewidmet. Die WBK lädt Sie zu einer
zahlreichen Teilnahme zur Meinungsäusserung zur praktischen Organisation der
Weiterbildung in der Praxis ein.
- Die Entwicklung von Weiterbildungsnetzwerken zwischen den zentralen und
regionalen Spitälern und Kliniken.
- Die Entwicklung von strukturierten Weiterbildungen in wichtigen
Teilbereichen der allgemeinen Pädiatrie, wozu das neue Programm zwingend die
Bereiche Neonatologie, pädiatrische Notfälle und Entwicklungspädiatrie
vorsieht.
Zeitpunkt der Inkraftsetzung des neuen Programms
Die Einteilung zwischen zentralen und regionalen Weiterbildungsstätten muss
durch die FMH mittels eines Fragebogens verteilt an alle Weiterbildungsstätten
genehmigt werden. Je nach Eingang und Verarbeitung der Resultate kann das neue
Programm auf Juli 2004 oder auf Januar 2005 in Kraft gesetzt werden.
Die Kommission hofft mit dem neuen Weiterbildungsprogramm einen Rahmen zur
Aufrechterhaltung aber mehr noch zur Entwicklung der Weiterbildung in Pädiatrie
von hoher Qualität geschaffen zu haben.
5.5.2004
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