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EinleitungEs ist bekannt, dass übermässige Sonnenexposition, besonders während der Kindheit, die hauptverantwortung für das Auftreten von Hautkrebs trägt [1]. Es gab viele Präventionscampagnen, besonders in den USA und Australien, die den Schutz vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlen durch Sonnencreme, v.a. aber durch Aufenthalt im Schatten und Tragen von langärmliger Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrillen betonen [2-12]. Sie alle unterstreichen zudem, dass Präventionskampagnen sich an Kinder richten sollten, weil 50-80% der schädlichen Sonnenexposition während der Kindheit auftritt [3], da Kinder beim Spielen im Freien selten effizient gegen die Sonne geschützt sind. Hautkrebs nimmt in der Schweiz mit einer Inzidenz für Nichtmelanome von ca. 100/100'000 Einwohner/Jahr und einer Inzidenz für Melanome von 10-12/100'000 Einwohner/Jahr kontinuierlich zu (Schweizer Tumorregister). Das Ziel unserer Studie war, das Ausmass der Sonnenexposition von in der Schweiz lebenden Kindern und ihren Eltern abzuschätzen und zu beschreiben, wie sie sich gegen die Sonnenbestrahlung schützen.
Material und MethodeWir schickten Fragebögen an Pädiater (die eine wichtige Aufgabe in der Prävention innehaben) aller schweizer Kantone mit der Bitte, diese an ihre Patienten abzugeben, wieder einzusammeln und zurückzuschicken. Der Fragebogen bestand aus drei Schwerpunkten:
ResultateVon den 288 kontaktierten Pädiater antworteten 52 (18.1%) und sandten insgesamt 323 ausgefüllte Fragebögen zurück (einer pro Familie), was eine Population von 1'273 Personen repräsentiert. In jeden Kanton und Halbkanton wurden Bögen geschickt, von 20 konnten Antworten gesammelt werden, was die Schweiz geographisch grösstenteils abdeckt. Keine Antworten erhielten wir aus Unterwalden, Schwyz, Glarus, Schaffhausen und Appenzellinnerrhoden.
PopulationDie Bevölkerung setzte sich zusammen aus 323 Familien (davon 10 monoparental) mit 1-5 Kindern, die meisten mit 2 Kindern. Das Geschlechterverhältnis war 1:1. Die Altersverteilung reichte von <1 bis 72 Jahren und wies zwei Peaks auf: die erste Gruppe bestand aus Kindern unter 16 Jahren, die zweite aus 30-45jährigen (den Eltern entsprechend). Der meisten Befragten haben helle Haut mit braunen Augen und Haaren. Jeder wurde einem von 6 Phototypen zugeteilt (gemäss Haut-, Augen- und Haarfarbe). Der am häufigsten gefundene entspricht dem zentraleuropäischen Phototyp, der zweithäufigste dem nordeuropäischen. 85% der befragten Bevölkerung waren Schweizer, die übrigen 15% kamen aus der ganzen Welt, hauptsächlich aus dem mediterranen Europa (Tabelle 1).
Sonnenexposition und SchutzDer Grossteil (82%) der untersuchten Population gab an, keine Sonnenbrände während den Sommerferien erlitten zu haben. Eine bedeutende Anzahl (29%) beachteten weder Tageszeit noch die Expositionsdauer. 44% begaben sich zwischen 12.00 und 16.00 Uhr an die Sonne, wenn die Gefahr der Strahlen am grössten ist. Der Anteil Personen, die sich schützten, war mit 93% beachtlich gross. Die Mehrzahl benutzte Sonnencreme, ein Viertel hieltsich im Schatten auf und beinahe die Hälfte (44%) trugen schützende Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille. Eine Kombination aller erwähnten Schutzmassnahmen fanden wir bei 16%, hingegen verwendeten 35% nur Sonnencreme (Tabelle 2).
SonnencremesAm verbreitetsten waren Daylong®, Nivea® und Sun Look®. Die meisten Personen benutzten einen hohen Sonnenschutzfaktor, fast 90% einen über 15. Die Anzahl der täglichen Anwendung war meist gering (2 bis 3 mal). 38% trugen Sonnencreme nur direkt vor dem Schwimmengehen auf oder bloss einmal morgens, 44% vor jeder Exposition und 17% mindestens alle 2 Stunden (Tabelle 2).
DiskussionWir beobachteten bei unserer Population eine beachtliche Sonnenexposition, selbst in den Mittagsstunden bei hoher UV-Strahlung. Trotzdem scheinen sich die Befragten der Gefahr bewusst zu sein und ein Grossteil verwendet Schutzmassnahmen. Obwohl dies nicht optimal geschah, erlitten weniger als 20% einen Sonnenbrand. Sonnencreme war das Mittel erster Wahl. Die andern Schutzmassnahmen (z.B. Aufenthalt im Schatten) werden zuwenig angewandt. Zudem wird Sonnencreme falsch verwendet: Meist nur unmittelbar vor dem Schwimmengehen oder als einmalige morgendliche Applikation. Nur 6% der Befragten weisen ein Verhalten auf, das eine gute Prävention für Melanome und andere Hautschäden erlaubt. In vielen epidemiologischen Studien anderer Länder (Frankreich, England, Australien, USA) wurde Wert darauf gelegt, die Kinder selbst [3-6,8,10] oder die Eltern[2-4,7,11] zu befragen. In einer interessanten Studie von Robinson und Rademaker [7] in den USA wurden Familien bei der Anwendung von Sonnencreme an Stränden beobachtet, danach wurden sie zu ihrem Verhalten befragt. Unsere Resultate stimmen mit dieser Studie überein. Während der durchschnittliche Sonnencremeverbrauch bei den meisten Studien bei 50% liegt, stellten wir und Robinson und Rademaker eine Compliance von 90% fest. Grosse Bemühungen sind gefordert in der Hautkrebsprävention [16]. Da 50-80% der lebenslänglichen Exposition gegenüber UV-Strahlen während der Kindheit und Jugend geschieht, kann eine intensive, kurzzeitige Sonnenbestrahlung während dieser kritischen Zeit , die wiederholte Sonnenbrände verursacht, für die steigende Melanomarisiko und –inzidenz verantwortlich sein. Prävention sollte somit früh im Leben beginnen, deshalb wäre es wichtig, die Rolle der Hausärzte und Pädiater zu betonen [13,14,17]. Pädiater, die den Grossteil der schweizer Kinder sehen, sollten ihren potentiellen Einfluss mit den folgenden Massnahmen erhöhen:
DanksagungFür die Unterstützung dieser Studie danken wir der Schweizer Krebsliga (Nummer KFS-95-7-1998) und der Erwin Braun Stiftung.
Narcisa Gebbers, Corinne Scaletta, Joël Berret, and Lee Ann Applegate, Lausanne
Parution le 9 avril 2003 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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