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Weltweit gibt es mindestens 18 verschiedene BCG- Hersteller, in der Schweiz ist aber aktuell nur der Impfstoff von Mérieux im Handel (via Pro Vaccine). Eine Studie mit 0.05ml BCG bei 484 senegalesischen Neugeborenen ergab eine ähnliche Induktion der Tuberkulinreaktion (85%) wie beim WHO Referenz-Impfstoff. Es wurden 3 Fälle von axillärer Adenitis beobachtet, keine davon eitrig (N. Guérin et al, unpubliziert). Die Induktion eines positiven Tuberkulintests korreliert zwar nicht mit dem Impfschutz, kann aber als Hinweis auf eine Impfantwort gewertet werden. Verschiedene Feldstudien in verschiedenen Populationen mit verschiedenen BCG-Impfstoffen haben 2 generelle Charakteristika der BCG-Impfung gezeigt: 1. Die BCG-Impfung wirkt vor allem gegen systemische, disseminierte Erkrankungsformen wie TB-Meningitis und Miliartuberkulose. 2. Die Wirksamkeit nimmt mit dem Alter bei Impfung ab. Basierend auf Meta-Analysen dieser Studien kann für die BCG-Impfung bei Säuglingen (= einziges verbleibendes Indikationsalter) mit einer Wirksamkeit gegen invasive Verlaufsformen von etwa 80% ausgegangen werden. Mit der Verfügbarkeit von neuen, besseren Tuberkuloseimpfstoffen kann in der
näheren Zukunft nicht gerechnet werden.
Gemäss aktuellen WHO-Empfehlungen wird die BCG-Impfung in Ländern mit niedriger TB-Prävalenz nur noch für Risikopopulationen und nur noch nach Geburt (respektive im ersten Lebensjahr) empfohlen. In der Schweiz verbleiben als Indikationspopulationen somit nur noch Neugeborene und Kinder <1 Jahr, deren Eltern aus Ländern mit hoher Tuberkuloseprävalenz (z.B. Afrika, Asien, Südamerika, Osteuropa, Portugal) stammen, und die möglicherweise in diese Länder zurückkehren. Der in der Schweiz aktuell erhältliche Mérieux-Impfstoff enthält mehr BCG-Mykobakterien als der frühere von Berna vertriebene, deswegen muss bei Säuglingen unbedingt eine verminderte Dosis (0.05ml) verwendet werden. Die fälschliche Verwendung einer vollen 0.1ml-Dosis bei Neugeborenen oder Säuglingen könnte eine Zunahme der BCG-Adenitis bewirken!
Nein! Die Kindertuberkulose ist bei der einheimischen Population
die Ausnahme geworden. Tuberkuloseerkrankungen treten bei Schweizern oder seit
längerer Zeit in der Schweiz sesshaften Ausländern nur noch sehr selten auf.
Tuberkuloseerkrankungen werden aber weiterhin bei Kindern mit Herkunft aus Ländern
mit hoher Tuberkuloseprävalenz gesehen.
Infolge der langen postexpositionellen Mantoux-Konversionszeit bei Säuglingen (oft mehrere Monate) wird eine Tuberkulinprobe vor der BCG-Impfung im ersten Lebensjahr nicht mehr empfohlen.
Es wird eine streng intrakutane Injektion über dem linken M. deltoideus empfohlen. Dies erlaubt eine einfache spätere Identifikation einer BCG-Narbe.
Als Kontraindikationen gelten Defekte der zellvermittelten Immunität und eine bekannte HIV-Infektion. Nach einer Lebendimpfung (z.B. MMR) sollte mindestens ein Monat abgewartet werden, eine gleichzeitige Impfung ist jedoch möglich.. Es kann zu lokalen oder regionalen Komplikationen in Form einer persistierenden oder ausgedehnten Ulzeration oder Lymphknotenschwellungen kommen. Disseminierte BCG-Infektionen sowie eine Osteomyelitis sind sehr selten.
Es besteht keine Korrelation zwischen dem Resultat des postvakzinalen Tuberkulintests und dem BCG-Impfschutz. Ein Mantouxtest nach BCG-Impfung wird somit nicht mehr empfohlen. BCG-Auffrischimpfungen haben keinen erwiesenen Nutzen, sie sollen nicht durchgeführt
werden. Die Dokumentation einer BCG-Narbe gilt als Beweis einer bereits erfolgten
Impfung. Es ist somit keine weitere Impfung mehr indiziert.
Ja. Die BCG-Impfung wurde im Herbst 2002 in die Spezialitätenliste aufgenommen.
Daniel Desgrandchamps, Baar für Infovac
Parution le 9 avril 2003 |
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