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La version française de cet article suivra
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| Situation | Basispräparat | Kombinationspräparat |
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Milde Akne |
Topisches Retinoid | Benzoylperoxid oder topisches Antibiotikum |
| Mässig schwere Akne (A. papulopustulosa) |
Topisches Retinoid | Benzoylperoxid oder topisches Antibiotikum oder orales Antibiotikum oder Antiandrogen (Frauen) |
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Schwere Akne |
Isotretinoin oder orales Antibiotikum |
topisches Retinoid und/oder Antiandrogen (Frauen) |
| Erhaltungstherapie | Topisches Retinoid | Benzoylperoxid oder topisches Antibiotikum |
Benzoylperoxid ist eines der ältesten und bewährtesten
Lokaltherapeutika für die Behandlung der Akne und die Kombination
mit einem topischen Retinoid gilt als die effektivste topische Therapie
bei papulöser und papulopustulöser Akne.
Sein Vorteil liegt in der Vielfältigkeit seiner Wirkung, indem es
keratolytisch, bakteriostatisch und antiinflammatorisch wirkt. Gelegentlich
können irritative und sehr selten allergische Hautreaktionen die
Anwendung limitieren. Die Gefahr der Hautirritation ist vor allem bei
höherer Wirkstoffkonzentration gegeben. Die in den meisten Produkten
enthaltenen 5% Benzoylperoxid haben sich diesbezüglich gut bewährt.
Eine 10%-ige Zubereitung verstärkt die Wirksamkeit nur unwesentlich
bei unverhältnismässig stark erhöhtem irritativem Potential
[7]. Die Patienten sind zudem auf die Gefahr der Bleichwirkung
auf Kleidungsstücke bei unvorsichtigem Umgang mit dem Produkt hinzuweisen.
Die Substanz liegt in verschiedenen Wirkstoffkonzentrationen und galenischen
Zubereitungsformen vor, von der Waschemulsion bis hin zur Lotion. In der
Schweiz erhältliche Produkte sind Aknefug® (Lotion 5/10%), Akneroxid®
(Gel 5%), Aknex® (Gel 5%), Basiron® (Gel 5%), Benzac® (Gel
5/10%), Effacné® (Gel 5%), Lubexyl® (Waschemulsion 4%)
und PanOxyl® (Gel 5/10%). Die Acne Crème Plus Widmer ist ein
Kombinationspräparat von 5% Benzoylperoxid und 2% Miconazol.
Vitamin A-Säure, zum Beispiel in Form von Tretinoin
(Airol®, Retin-A®), greift in den follikulären epithelialen
Keratinisationsprozess ein, blockiert die Bildung von Interzellularbrücken
und hemmt so die Kohäsion und Akkumulation von Korneozyten und somit
die Komedoentstehung. Alle topischen Retinoide sind sehr gut für
die Kombination mit topischen Antibiotika oder Benzoylperoxid geeignet.
Adapalen (Differin®), ein modernes synthetisches Retinoid der 3. Generation,
reduziert zusätzlich die freien Fettsäuren und führt zu
einer Normalisierung des infundibulären Milieus. Entzündliche
und nicht entzündliche Effloreszenzen werden dadurch deutlich verringert
[12].
Die subjektive Verträglichkeit dieser Substanzen ist im Allgemeinen
sehr gut, gelegentlich wird von Patienten über zu starke Austrocknung
und entsprechende Reizung der Haut an den behandelten Stellen berichtet.
Die Sonnenlichtempfindlichkeit der behandelten Haut kann gesteigert sein.
Einer der grundsätzlichen Nachteile dieser wie übrigens auch
anderer Aknetherapeutika ist, dass es nach Absetzen relativ rasch zu Rezidiven
kommt, sodass sie, nicht zuletzt auch aufgrund ihres verhältnismässig
günstigen Nebenwirkungs- und Risikoprofils, für eine Langzeit-
oder Erhaltungstherapie prädestiniert sind.
Klassische Vertreter dieser Präparateklasse sind
Clindamycin (Dalacin® T) und Erythromycin (Akne-mycin® /2000,
Aknilox®Gel, Eryaknen®, Eryderm®, Inderm®). Neben dem
antibiotischen haben beide Substanzen zusätzlich einen davon unabhängigen
antiinflammatorischen Effekt. Sie sind daher fester Bestandteil des Therapiekonzeptes
bei vorwiegend entzündlicher, also papulo-pustulöser Akne, und
zwar in Kombination mit Benzoylperoxid oder einem topischen Retinoid.
Es hat sich gezeigt, dass durch diese Kombination die Gefahr der Resistenzentwicklung
von P. acnes verringert oder zumindest hinausgezögert werden kann.
Dennoch sollte die ununterbrochene Anwendungsdauer aus eben diesen Gründen
ein Maximum von 6-8 Wochen nicht überschreiten [1].
Ein Nachteil dieser Produktegruppe: durch Verwendung von alkoholischen
Lösungsmitteln in den meisten dieser flüssigen Zubereitungen
können diese beim Auftragen kurzzeitig brennende Sensationen auslösen
und durch einen Potenzierungseffekt gelegentlich recht stark austrocknend
wirken.
Die Azelainsäure (Skinoren®) ist vom theoretischen
und in vitro-Wirkmechanismus her eine vielversprechende Substanz. Sie
wirkt zugleich komedolytisch, bakteriostatisch und antiinflammatorisch.
In der praktischen Anwendung hat sie sich als Monopräparat jedoch
nicht entsprechend bewährt, sodass sie nur noch in Kombination mit
anderen topischen Präparaten verordnet wird [4,13].
Als bedeutendste einzelne therapeutische Errungenschaft
kann bisher vor allem die Entdeckung der anhaltenden Remissionswirkung
von 13-cis-Retinsäure (Isotretinoin) auf die zystische Akne gelten
[2].
Isotretinoin (Roaccutan®) setzt mit seinem Wirkmechanismus als einzige
Monosubstanz direkt oder indirekt an allen 4 involvierten pathogenetischen
Hauptprozessen der Akne an. Nur schon die dadurch bewirkte Reduktion der
Talgproduktion kann bis zu 80% betragen.
Die Acne conglobata stellt die unbestrittene Indikation für eine systemische Therapie mit Isotretinoin dar. In besonderen Situationen und mit entsprechender Erfahrung wird eine Therapieindikation aber auch schon bei klinisch weniger schweren Akneformen gestellt.

Zu Behandlungsbeginn, typischerweise nach 2-4 Wochen, kommt es bei etwa
6% der Patienten zu einer vorübergehenden klinischen Verschlechterung,
die mit temporärer Zugabe geeigneter Externa abgefangen werden kann
[14]. Bei der Behandlung von Mädchen im gebährfähigen
Alter ist wegen der Teratogenität der Substanz die vorgeschriebene
hormonelle Empfängnisverhütung zu beachten. Diese sollte einen
Monat vor Beginn der Isotretinoineinnahme einsetzen und einen Monat über
die Beendigung derselben hinaus fortgeführt werden.
Die Nebenwirkungen von Isotretinoin sind vielfältig. Im Vordergrund stehen die nahezu obligaten mukokutanen Reaktionen wie trockene, rissige, teilweise auch entzündete Haut, Cheilitis, Perlèche und Conjunctivitis sicca, gelegentlich ein diffuses Effluvium. Deutlich seltener können Kopfschmerzen, Myalgien und Arthralgien, sowie gelegentlich ein Anstieg der Serumlipide und Transaminasen auftreten. Laborkontrollen sind diesbezüglich unmittelbar vor Beginn und nach einem Monat unter laufender Therapie empfohlen. Als weitere, seltene Komplikation ist wie bei den Tetrazyklinantibiotika die Entwicklung eines Pseudotumor cerebri zu erwähnen [12]. Daher verbietet sich auch eine Kombination dieser zwei Wirkstoffgruppen.
In den letzten Jahren ist in Fachkreisen, vor allem in
den U.S.A., eine Diskussion darüber entfacht, ob es unter einer Aknetherapie
mit Isotretinoin zu einer kausal erhöhten Inzidenz von Depressionen
und Suizidversuchen kommt, dies aufgrund einer statistischen Häufung
von Suiziden innerhalb dieser Patientengruppe. Eine solche Kausalität
konnte in der Folge bisher weder bestätigt noch eindeutig widerlegt
werden. Tatsache ist hingegen, dass die Akneerkrankung selbst zu einer
teilweise erheblichen psychischen Belastung werden und schliesslich auch
zu Depressionen und zur Suizidalität führen kann [9].
Dies ist gut nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass ausgerechnet die
am stärksten von der Akne betroffene Altersgruppe der Adoleszenten
sich in dieser besonders intensiven Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung
und sozialen Integrationsprozesse mit der dazugehörigen typischen
Gruppendynamik sehr stark über ihr äusseres Erscheinungsbild
definiert. Es konnte wiederholt gezeigt werden, dass gerade durch die
Therapie mit Isotretinoin depressive und Angstzustände gebessert
oder behoben werden konnten [15,16].
Wie die topischen so haben auch die systemischen Antibiotika
zusätzlich zur antimikrobiellen auch eine antiinflammatorische Wirkung.
Orales Minozyklin (Aknin-N®, Aknoral®, Minac®50, Minocin®)
in der üblichen Dosierung von 2 x 50 mg täglich führte
in klinischen Studien im Vergleich mit anderen für die Aknetherapie
anerkannten Antibiotika (Doxyzyklin, Tetrazyklin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol,
Erythromycin) zu den stärksten Eliminationsraten von Propionibacterium
acnes [17]. In einer kürzlich publizierten Studie
wurde mit einer erhöhten täglichen Minozyklingabe von 150 mg
eine weitere Erhöhung der Wirksamkeitsrate gegenüber der üblichen
Dosierung erreicht [18].
Als häufigere Nebenwirkungen sind bei Minozyklin bisher vor allem
Übelkeit, Schwindel, Hautpigmentierungen und diverse Exantheme beobachtet
worden. In seltenen Fällen können Tetrazyklin und dessen Derivate,
also auch Minozyklin, zum benignen intrakranialen Überdruck (Pseudotumor
cerebri) führen [14].
Grundsätzlich ist es auf Grund der Gefahr der Resistenzentwicklung
ratsam, die orale Antibiose möglichst auf 6-8 Wochen zu beschränken.
Bei zwar sichtbarem, aber noch ungenügendem Erfolg kann eine Ausdehnung
der Verschreibungsdauer durch eine Kombination mit einem Retinoid oder
Benzoylperoxid ermöglicht werden, da sich dadurch das Risiko der
Resistenzentwicklung vermindert. Für eine Erhaltungstherapie sind
diese Präparate aus obgenannten Gründen nicht geeignet.
Antiandrogene Substanzen (Cyproteronacetat, Flutamid,
Spironolacton) werden nur bei weiblichen Patienten eingesetzt und führen
in der Regel zur Verringerung der Hyperseborrhoe, Verkleinerung der hyperplastischen
Talgdrüsen und Verminderung der Komendonenzahl [6].
Cyproteronacetat (kombiniert mit Ethinylestradiol als Diane-35®) ist
von diesen das am häufigsten verwendete Präparat und hat sich
vor allem bei den Patientinnen mit der typischen prämenstruellen
Exazerbation ihrer Akne bewährt. Diese Therapieform wird typischerweise
jungen Frauen mit Akne und gleichzeitigem Antikonzeptionswunsch vorgeschlagen,
erfordert grundsätzlich eine fachärztliche gynäkologische
Basisuntersuchung und Begleitung und kann als Monotherapie oder in Kombination
mit topischen Präparaten zu einer dauerhaften Remission der Akneläsionen
führen.
Als Erhaltungstherapie (vgl. Tab. 1) eignen sich ein
topisches Retinoid kombiniert mit Benzoylperoxid oder ein topisches Antibiotkum
zusammen mit Benzoylperoxid [17].

Der Stellenwert der Lichttherapie unter den Therapieoptionen der Akne wird kontrovers beurteilt. UVB-Licht kann einerseits, im Erythemschwellenbereich angewendet, über die Induktion einer oberflächlichen Entzündung zur perifollikulären Desquamation beitragen, andererseits, im unterschwelligen Bereich, als Ausdruck der physiologischen Anpassungsreaktion der Haut zu einer epidermalen Hyperkeratose führen und dadurch die Okklusion der Follikel fördern. Manche Patienten mit stark entzündlicher Akne erfahren nach einem Ferienaufenthalt im Süden eine vorübergehende Beruhigung ihrer Effloreszenzen. Dies liesse sich allenfalls auch über eine hemmende Wirkung des UV-Lichts auf die am Entzündungsprozess beteiligten T-Zellen erklären. UVA-Spektren haben sich hingegen als eindeutig komedogen erwiesen und sind daher kontraindiziert [1].
Momentan werden hauptsächlich weitere synthetische Retinoide wie Tazaroten (Zorac®), ein für die Psoriasistherapie bereits zugelassenes Präparat und eine Reihe systemischer Antibiotika wie Azithromycin (Zithromax®), Minozyklin (Minocin®) in höherer Dosierung (150 mg/d), oder Levofloxazin für die Aknetherapie geprüft [12,18-21].
J. Izakovic, Basel
E-mail: jizakovic@uhbs.ch
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