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Schädelhirntrauma (pdf)
Trotz dieser Zahlen existieren keine eindeutigen Richtlinien für die Betreuung dieser Fälle und selbst in den USA wurden erst im Verlaufe des vergangenen Jahres durch die AAP Guidelines zur Betreuung und Behandlung von Kindern über 2 Jahren vorgeschlagen. Wie soll man sich diese Situation erklären? (M. Giordano) (M.G.) Die Abklärung und Behandlung von Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen ist regional sehr unterschiedlich. Abhängig von Lebensstandart, medizinischer Versorgung und geographischen Gegebenheiten. Zudem bestanden traditionelle Schulen, wie diese Patienten zu behandeln seien, und erst in den letzten zehn Jahren wurden die Evidenz und Effizienz von verschiedenen Methoden untersucht. Zum Beispiel wurde in der Behandlung der schweren Shädel-Hirn- Verletzungen die initiale Gabe von Kortison als nutzlos erkannt, die unkontrollierte Senkung des Hirndruckes mittels Hyperventilation verlassen und auch die Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr als schädlich erkannt. Je mehr dank technischem Fortschritt monitorisierbar wurde, umso mehr wurden Behandlungsstrategien in Frage gestellt. Im Rahmen der Bemühungen um eine hohe Qualität der medizinischen Versorgung unter Berücksichtigug des Aufwandes hat man sich in den letzten Jahren auch zunehmend dem zahlenmässig grossen Problem des leichten Schädel-Hirn-Traumas (SHT) angenommen. 1999 erschienen zwei sehr wichtige Publikationen [1,2] zu diesem Thema, aus diesen Publikationen lassen sich jetzt Guidelines auch für uns ableiten. (S. Altermatt) (S.A.)
Unter Zuhilfenahme des Glasgow Coma Scale (Tab. 1), der in unserem Falle für die Anwendung bei Kindern adaptiert ist, können die Grenzen klar definiert werden. Wir sprechen von einem schweren SHT bei einem Coma Scale < 8 (kleiner oder gleich 8), die Mortalität für diese Patienten beträgt in der Schweiz 30 - 40%. Diese Kinder werden alle intubiert und auf einer Intensivstation entsprechend monitorisiert und behandelt. Von einem leichten SHT sprechen wir, wenn bei der klinischen Untersuchung des Kindes der GCS 15 beträgt, der Neurostatus inklusive Fundoskopie unauffällig ist und keine Zeichen einer Schädelfraktur (Haematotympanon, subgaleales Haematom) vorliegen. Anamnestisch kann eine Bewusstlosigkeit vorliegen, sie darf aber nicht länger als eine Minute gedauert haben. Alle anderen Patienten mit einem Coma Scale 9 bis 14, mit neurologischer Auffälligkeit oder Nachweis einer Fraktur werden in der Gruppe mittleres SHT zusammengefasst. Sie alle müssen zwingend mit einem Schädel-CT abgeklärt und individuell analysiert werden. (S.A.) Eltern konsultieren oft den Kinderarzt, weil das Kind erbrochen hat. Können Sie uns sagen, welche Bedeutung diesem Symptom zugeordnet werden muss? (M.G.) Bei Kindern, die eine Kontusion des Kopfes oder eine Commotio cerebri erleiden ist Erbrechen ein sehr häufiges Symptom, oft auch schon ausgelöst durch Schreck und Schmerz. In der eingangs erwähnten Publikation aus Boston konnte Greenes zeigen, dass einmaliges Erbrechen nicht signifikant mit einer intrakraniellen Läsion korreliert. Wiederholtes Erbrechen ist aber als Risikofaktor zu betrachten. (S.A.) In gewissen Studien wird der Bewusstseinsverlust ebenfalls als fragwürdiges Symptom angesehen? Was soll man davon halten? (M.G.) Wie beim einmaligen Erbrechen ist bei einer Bewusstlosigkeit von weniger als einer Minute Dauer keine signifikante Korrelation zu intrakraniellen Verletzungen zu finden. Eine positive Korrelation findet sich andererseits für folgende Zeichen nach dem Unfall: Lethargie, Irritabilität, abnorme Vitalparameter und beim Säugling eine gespannte Fontanelle. (S.A.)
Die Empfehlungen der AAP beziehen sich nur auf Kinder von 2 - 20 Jahren, Neugeborene und Säuglinge sind nicht berücksichtigt. Trotzdem kann eine andere Grenze aufgrund der übrigen Untersuchungen gezogen werden. Nur bei Neugeborenen sind intrakranielle Läsionen beschrieben bei völligem Fehlen von klinischen Zeichen, also unaufälliger Neurostatus und unauffälligem klinischen Status, insbesondere ohne Nachweis von Haematomen am Kopf. Mit einer Sicherheitsmarge können wir somit Empfehlungen für Kinder unter drei Monaten und für Kinder älter als drei Monate formulieren. (S.A.)
Wenn wir, wie dies für den von den pädiatrischen Zentren entfernt praktizierenden Pädiater zutrifft, jedes Kind, das von seiner Höhe oder vom Bett der Eltern fällt, einweisen wollten, würden unsere Radiologieabteilungen überlaufen; ohne von den übermässigen Kosten dieser Abklärungen zu sprechen. Soll man wirklich ein 8-10 Monate altes Kind, welchem es nach 1-2 Stunden gut geht, das nie bewusstlos war und kein sichtbares Zeichen aufweist, ins Spital einweisen um dort eine Sedierung mit allen Risiken (Hypoxie - Apnoe - Aspiration - länger dauernde Bewusstseinstrübung) einzuleiten, um ein CT durchführen zu können? Falls wir die von den Spitälern vorgeschlagenen Richtlinien und Protokolle nicht haargenau befolgen, setzen wir uns schwerwiegenden medizinisch-juristischen Risiken aus. Könnten Sie, zuhanden der praktizierenden Kinderärzte, Richtlinien formulieren, welche der spezifischen Situation in der Praxis angepasst sind? (M.G.) Die Empfehlungen zielen darauf ab, Kinder mit intrakranellen Läsionen zu erfassen, das heisst der Nachweis einer Schädelfraktur ist nur indirekt wichtig, da bei Schädelfraktur das Risiko einer intrakraniellen Verletzung höher ist als ohne Fraktur.
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Augenöffenen
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Beste motorische Antwort
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Beste verbale Antwort
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Ungewöhnliches Verhalten Desorientiertheit (kennt Namen oder Orte nicht mehr) Schwer weckbar, schläfrig Kopfschmerzen persistierend oder zunehmend Epileptische Anfälle Gleichgewichtsstörung, Schwindel Mehr als zweimaliges Erbrechen |
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