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Kommentar zur Arbeit von Duhamel JF: Calcium in Adoleszenz : etwas Neues? (pdf)
Wichtig ist tatsächlich, dass bei den Untersuchungen im nördlichen Frankreich ein Grossteil der Jugendlichen im Winter einen Mangel an Vitamin D hat, d.h. Werte von 25(OH)-D von <6-10 ng/ml. Parallel dazu ist auch das iPTH erhöht. Durch 2-malige Gabe von 100'000 IE am Anfang und am Ende des Winters lassen sich die Werte von 25(OH)-D und iPTH normalisieren. Allerdings wird wenig über den Knochenstatus bei diesen Jugendlichen berichtet, ob diese Schwankungen der 25(OH)-D und iPTH –Werte ev. physiologisch sind und sich im Sommer wieder spontan korrigieren oder ob sie sich negativ auf den Calciumgehalt des Knochens auswirken. Bisher sind die französischen Berichte die einzigen, die in unseren Breitengraden in mehreren, jedoch kleinen Gruppen von Jugendlichen solche Veränderungen mitteilen und eine Behandlung mit Vitamin D während des Winters vorschlagen. In der Schweiz hätten wir Mühe, die vorgeschlagene Dosis zu applizieren, da kein Präparat mit der Dosis von 100'000IE zur Verfügung steht. Was den Aspekt der Calcium-Supplementation und den Einfluss auf den Knochenmineralgehalt betrifft sind wir in der Schweiz dank der Studiengruppe von Bonjour und Rizzoli in Genf in der Lage zahlreiche "eigene" Resultate vorzuweisen. Die aktive Genfer Forschergruppe hat in den letzten Jahren zahlreiche wichtige Resultate über den Einfluss der Calcium-Supplementation auf die Knochenmineralmasse mit Hilfe der Dual Energy-X-ray-Absorptiometrie (DEXA) bei Kindern in verschiedenen Altersstufen publiziert, sowohl in der Vorpubertäts- wie in der Pubertätsphase. Sie haben auch gezeigt, dass gestillte Kinder mit einer Vitamin-Gabe im Säuglingsalter im Alter von 8 Jahren eine bessere Knochendichte zeigen als Kinder ohne Vitamin D- Supplementierung im Säuglingsalter. Bei allen mit zusätzlichem Calcium supplementierten Kindern waren die positiven Effekte auf den Knochenmineralgehalt später nur nachweisbar, wenn weiterhin eine optimale Calciumzufuhr eingehalten wurde; ansonsten verschwanden die positiven Befunde wieder nach einem Jahr. Umstritten ist nach wie vor die Frage des optimalen Calciumbedarfs im Adoleszentenalter, der in Amerika höher angesetzt wird als in Europa. Hier liegen, wie von Duhamel z.T. angedeutet, wichtige neuere Kenntnisse vor:
Diese Tatsachen bedeuten, dass der tägliche Calciumbedarf nicht allein durch die Calcium-Menge in der Nahrung bestimmt wird, sondern vom Gesamtaspekt der Ernährung und vom Lebensstil abhängt. Die täglichen Referenzwerte für die Calciumzufuhr werden von der DACH 2000 (Deutsch-Oesterreich-Schweizerische Empfehlungen) wie folgt festgelegt:
K. Baerlocher, St Gallen |
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