Klinische Dienstleistungen und Weiterbildung

 an den fünf Universitäts-Kinderspitälern Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich
 sowie an den Kinderspitälern Aarau, Luzern und St. Gallen im Jahr 2002
(pdf)


Die acht obenerwähnten Kinderspitäler (Kategorie A nach Klassifikation FMH) sind in der Schweiz geographisch gut verteilt. Ihre Leistungen werden durch diejenigen der regionalen Kinderspitäler ergänzt (Kategorie B und C).

Das vorliegende Dokument informiert über die Leistungen im klinischen Bereich sowie über die Weiterbildungsmöglichkeiten in diesen Spitälern. Die Kriterien, die erfüllt werden müssen, um den pädiatrischen Patienten optimale Pflege für jede Altersstufe, vom Neugeborenen bis zum Adoleszenten anzubieten, sind in der "Charta für Kinder im Spital"1) festgehalten. Dieses Dokument ist massgebend für die Definition der adäquaten Spitalgestaltung; alle obenstehenden Spitäler erfüllen diese Kriterien.

Zusätzlich soll der vorliegende Text in Zukunft als Basis für die Bildung regionaler Weiterbildungs-Netzwerke, für die Planung hochspezialisierter multidisziplinärer Leistungen auf nationalem Niveau und die Nachwuchsplanung dienen. Forschung und Lehre werden hier nicht angesprochen; sie werden später in einem separaten Dokument diskutiert.

1) Schweiz. Verband Kind und Spital, Geschäftsstelle, Landvogt Waser-Str. 70, 8405 Winterthur, Tel./Fax 01 481 63 30

Organisation der stationären und ambulanten Dienstleistungen

Aus der beiliegenden Tabelle sind klinische Dienstleistungen in allgemeiner und spezialisierter Pädiatrie sowie multidisziplinäre Dienstleistungen ersichtlich; teilweise werden diese Leistungen in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen erbracht. Es gibt nur wenige pädiatrische Spezialisten, die in einer Privatpraxis tätig sind, so dass der grösste Anteil spezialisierter Leistungen, seien es ambulante oder stationäre, von den Kinderspitälern erbracht wird. Die Organisation dieser spezialisierten Leistungen unterscheidet sich somit signifikant von derjenigen für erwachsene Patienten, für die auch ausserhalb der Spitäler ein grosses Angebot existiert. Sie ist durch die relativ kleine Zahl pädiatrischer Patienten, die solche Leistungen erfordern, gerechtfertigt, erlaubt die Konzentration von kindgerechten medizinisch-technischen Einrichtungen und ist ökonomisch logisch. Die wenigen spezialisierten praktizierenden Kinderärzte üben ihre Spezialistentätigkeit meist in Teilzeit an einem Spital aus. Die Zusammenarbeit mit Erwachsenen-Spezialisten, die über klinische Kompetenzen für Kinder verfügen, ist bereits weitgehend so organisiert, dass der Spezialist zum Kind kommt, um die Hospitalisation von Kindern in Abteilungen für Erwachsene zu vermeiden. Dieses Konzept soll überall zum Tragen kommen; gewisse Spitäler verfügen bereits über entsprechende Richtlinien.

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre wurde in den Kinderspitälern eine weitgehende Verlagerung von der stationären zur ambulanten Betreuung angestrebt und erreicht, was für die Patienten eindeutig von Vorteil ist. Die mittlere Hospitalisationsdauer ist massiv gesunken, und die spezialisierte, zum Teil multidisziplinäre Betreuung hat sich stark entwickelt.


Leistungen in Weiterbildung (allgemeine Pädiatrie, Weiterbildung zum Spezialisten und Schwerpunkte)

(siehe auch Website FMH: www.fmh.ch)

Die acht A-Kinderspitäler erbringen einen Grossteil der Leistungen zur Weiterbildung in Pädiatrie, die in der Schweiz wie auch in Europa als "Kinder- und Jugendmedizin" definiert ist. Logischerweise sind die meisten Weiterbildungsstellen für die allgemeine Pädiatrie reserviert und nur eine den Bedürfnissen angepasste, kleine Zahl für die Weiterbildung zum Spezialisten für einen Schwerpunkt oder für die Allgemeinmediziner. Für die meisten Spezialisten ist eine zusätzliche Weiterbildung in einem ausländischen Zentrum unerlässlich. Um den zukünftigen Kinderärzten die Organisation ihrer Weiterbildung zu erleichtern, sind regional bereits gewisse Vernetzungen entstanden, wie zum Beispiel in der welschen Schweiz und der Region Zürich; die Ausdehnung solcher Vernetzungen ist sicher wünschenswert.


Ergänzung zu Tabellen 1 und 2

Die Anzahl Kandidaten entspricht der Anzahl Aerzte, die die Weiterbildung noch nicht abgeschlossen haben. Sie ist nicht identisch mit der Gesamtzahl der Stellen. Der Anteil der Aerzte in Weiterbildung bezogen auf die Gesamtstellenzahl variiert von Spital zu Spital. Nach Angaben der SGP reicht die Anzahl der Absolventen des Facharztdiploms zurzeit nur knapp aus, um den Bedarf in der Praxis abzudecken (H. Haldi, A. Bubenhofer, PAEDIATRICA 1999, Vol 9;1, 22-27). Zudem besteht an den Kinderspitälern ein Mangel an spezialisierten Fachärzten.

Für die hochspezialisierten, interdisziplinären Angebote ist anzufügen, dass die Zusammenarbeit zwischen den acht Spitälern jedem Patienten bei Bedarf den Zugang zu diesen Leistungen ermöglicht.

Was die kinderspezifischen Vernetzungen anbelangt, sind diejenigen Disziplinen, die eine grosse Anzahl Patienten betreuen, in der Regel im selben Gebäude als eigene Klinik oder Abteilung integriert.


Zusammenfassung

Dieses Dokument fasst die Dienstleistungen und die Weiterbildungsangebote der acht Kinderspitäler der Kategorie A zusammen und stellt damit die Basis für eine Ausdehnung von bereits bestehenden Vernetzungen sowie für die Planung von neuen, hochspezialisierten Leistungen dar.


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Dernière mise à jour du site: 08.05.2008