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Bericht zur Datenerhebung in Schweizer Pädiatriepraxen
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| Total verwertbare Datensätze | 45 |
| Erhebungsdauer (total Arbeitstage) | 10 |
Erfasst wurden:
| 0-2 Jahre | |
| 2-5 Jahre | |
| 5-12 Jahre | |
| 12-16 Jahre | |
| >16 Jahre |
Die Daten wurden in Meldeblätter übertragen und an die regionalen Sammelstellen gesandt. Dort wurden sie auf ihre Vollständigkeit überprüft und anonymisiert.
Anschliessend wurden sie bei der Projektleitung gesammelt und aufbereitet. Die Bewertung erfolgte durch die Fachleute für Tariffragen innerhalb unserer Fachgesellschaft und durch den Vorstand der Sektion Praxispädiatrie. Sie wurden an der Jahresversammlung der schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie in Luzern im Juni 2001 vorgestellt und im Nachgang noch komplettiert. Die Freigabe der kantonal gepoolten und anonymisierten Daten erfolgt gemäss Information in der Generalversammlung der SGP auf ihrer Homepage. Gleichzeitig werden sie dem Tarifdienst der FMH für das Reengeneering zur Verfügung gestellt.
Bis Mitte Juli 2001 werden Korrekturvorschläge für die Anpassung der Arzt-Leistung (AL)- resp. Techniche-Leistungen (TL)-Volumina von Seiten der FMH gefordert, oder aber Vorschläge zur Definition einer Sparte Pädiatrie mit zugeordneter Produktivität und die entsprechenden Plausibilisierungsrechnungen.
Insgesamt wurden 49 PädiaterInnen rekrutiert, welche an 10 Arbeitstagen alle Konsultationen erfassten.
4 Praxen lieferten Daten, welche deutlich ausserhalb der normalen Streubereiche waren. Sie wurden nicht in die Auswertungen miteinbezogen.
Es betraf dies je eine Praxis im Kanton LU, SO, SG, und AG.
Die Gesamtzahl der Praxen in der Auswertung beträgt also 45 und die Anzahl der eingeschlossenen Konsultationen 12503.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Anzahl erfasste Praxen |
9 |
10 |
6 |
5 |
7 |
8 |
In der durchschnittlichen Sprechstundenzeit wurden reduzierte Pensen und Halbtage gleichermassen berücksichtigt. Der Durchschnitt bezieht sich auf 10 Arbeitstage.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Anzahl erfasste Praxen |
9 |
10 |
6 |
5 |
7 |
8 |
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Sprechstundenzeit in Min. pro Tag |
469 |
542 |
555 |
445 |
460 |
376 |
Die Arbeitszeit der Angestellten ist länger als die Sprechstundenzeit, da sie auch die Vor- und Nachbereitung umfasst.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Arbeitszeit MPA in Min. pro Tag |
512 |
645 |
708 |
507 |
536 |
536 |
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Arbeitszeit Schülerin in Min. pro Tag |
122 |
60 |
0 |
59 |
38 |
188 |
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Arbeitszeit Angest. pro Tag in Min. |
633 |
704 |
708 |
568 |
575 |
725 |
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Altersgruppe 0-2 j |
38.5 |
39.5 |
30.7 |
39.6 |
30.5 |
30.9 |
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Altersgruppe 2-5 j |
24.8 |
25.3 |
21.2 |
22.0 |
21.7 |
25.1 |
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Altersgruppe 5-12 j |
29.0 |
28.5 |
37.4 |
28.8 |
29.1 |
28.2 |
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Altersgruppe 12-16 j |
5.4 |
5.6 |
7.3 |
8.2 |
12.8 |
13.3 |
|
Altersgruppe über 16 j |
2.3 |
1.1 |
3.4 |
1.4 |
6.0 |
2.5 |
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Durchschn. Anzahl Pat. pro Tag |
27.2 |
27.6 |
30.3 |
27.0 |
27.8 |
27.1 |
Durchschnittlich wurden pro Arbeitstag 28 Patienten gesehen.
Im Durchschnitt betrug der Anteil der Altersgruppen:
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0-2j |
34.9% |
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2-5j |
23.3% |
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5-12j |
30.2% |
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12-16j |
8.8% |
|
>16j |
2.8% |
Der Anteil der unter 5-jährigen war 58.3 %.
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Waadt |
Aargau |
Zürich* |
St.Gallen** |
Solothurn** |
Luzern** |
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Umsatz Arztleistungen |
80.9 |
72.1 |
66.3 |
58.9 |
54.9 |
42.2 |
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Umsatz Medikamente |
11.7 |
15.5 |
27.0 |
36.0 |
34.3 |
41.9 |
|
Umsatz Angestellte |
7.3 |
12.5 |
6.7 |
5.1 |
10.7 |
16.0 |
*= teilweise selbstdispensierender Kanton
**= selbstdispensierender Kanton
Der durchschnittliche Umsatzanteil der Angestellten beträgt lediglich 9.7 %.
Der durchschnittliche Umsatzanteil der Medikamente in nicht dispensierenden Kantonen betrug 13.6 %, im gemischten Kanton 27.0 % und in selbstdispensierenden Kantonen 34.8 %.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Reinigungsarbeit durch Unentgoltene |
22 |
10 |
17 |
0 |
0 |
13 |
Damit werden die Infrastrukturkosten tief gehalten, was zu einer Unterschätzung in den Roko-Daten führt.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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kumulierte Stellenprozente Personal |
143 |
136 |
138 |
142 |
133 |
154 |
Im Durchschnitt werden 1.41 Personalstellen besetzt.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Kons'zeit/Patient in Minuten |
18 |
20 |
19 |
18 |
18 |
14 |
Die durchschnittliche Konsultationszeit über alle Kantone und über 12503 Konsultationen beträgt 18 Minuten pro Patient.
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Zürich |
Waadt |
St.Gallen |
Solothurn |
Luzern |
Aargau |
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Anteil der Praxen mit Röntgen |
67 |
0 |
50 |
80 |
86 |
100 |
|
Anteil der Praxen mit Ultraschall |
67 |
0 |
100 |
60 |
14 |
88 |
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Anteil der Praxen mit Präsenzlabor |
100 |
90 |
100 |
100 |
100 |
100 |
Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Praxen mit Präsenzlabor, da der Umsatzanteil, der durch die Angestellten erbracht wird
(Labor, RX, ..) weniger als 10% beträgt (siehe Punkt 5).




Allem voran muss noch einmal betont werden, dass diese Arbeit nötig wurde, weil im neuen Tarif Tarmed 1.0 Unwuchten enthalten sind, welche die Pädiater unerwartet und substantiell schlechter stellen gegenüber den anderen Grundversorgern.
Dafür gibt es überhaupt keine valable Rechtfertigung. Vielmehr dürfte sie aus einer Fehleinschätzung der Infrastrukturkosten resultieren, welche in den heutigen kantonalen Tarifen über die Zuschläge bei dringlichen Konsultationen kompensiert werden konnten und damit für die 'Tarif-Ingenieure' unbemerkt blieben. Da unter Tarmed 1.0 diese Zuschläge wegfallen, ist sowohl die Arztleistung (AL), wie auch die technische Leistung (TL) ungenügend abgebildet.
Die Infrastrukturkosten sind durch die hohe Anzahl an Praxen mit Präsenzlabor (praktisch 100%) und der etwas geringeren Anzahl an Praxen mit Röntgen sicher vergleichbar hoch, wie bei den übrigen Grundversorgern. Der umsatzwirksame Anteil der Arbeit der Angestellten mit diesen Einrichtungen beträgt im Durchschnitt aber lediglich 9.7%. Dies ist laut Zahlen der Ärztekasse lediglich ein Viertel des Anteils bei den übrigen Grundversorgern. Der Raumbedarf ist ebenfalls mindestens vergleichbar hoch, da durch das oft zeitraubende An- und Auskleiden mehrere Untersuchungszimmer benötigt werden und auch gleichzeitig benutzt werden. Das Patientengut ist zu 58% jünger als 5 Jahre! Allein schon die Uringewinnung mittels eines Urinsäckchens kann bei einem febrilen Kleinkind ohne sichtbarem Infektfokus gut und gerne ein bis zwei Stunden dauern. Häufig wird auch die Arbeit der Assistentin, nicht umsatzwirksam, nötig, um bei kleinen Patienten zu halten, abzulenken oder Geschwister zu beschäftigen, welche sonst interferieren würden. Die übrige anfallende Arbeit kann nicht gleichzeitig ausgeführt werden. Durch den hohen Anteil an dringlichen Konsultationen, z.T. bis 40% der Konsultationen eines Tages, ist die organisatorische Arbeit aber ebenso erheblich. Der hohe Anteil an Personal (1.41 Stellen pro Praxis) wird durch die lediglich 9.7% Umsatz ungenügend mitfinanziert.
Ein von verschiedener Stelle kolportiertes Gerücht betrifft die geringen Patientenzahlen bei unausgelasteten Pädiatern, welche dadurch unwirtschaftlich arbeiten würden. Durch diese Daten kann das Gegenteil untermauert werden. Die Patientenzahlen pro Tag sind über alle Kantone hinweg sehr stabil und betragen etwa 28 Patienten pro Tag (inkl. Halbtage gerechnet!). Der Zeitbedarf beträgt pro Patient aber nicht irgendwelche 7 Minuten sondern im Durchschnitt 18 Minuten, gerechnet über alle 12503 Konsultationen. Damit wird auch das Argument entkräftet, wonach die Umsatzeinbusse durch den Eingriff des Peisüberwachers verursacht sei, durch welchen Kurzkonsultationen um 25% niedriger entschädigt würden (letzte 5 Minuten mit 2,5 Minuten entschädigt). Es gibt sie nämlich gar nicht in einer relevanten Anzahl.
Reinigungsarbeiten fallen bei einer mit Kleinkindern gefüllten Praxis sehr häufig an. In 43% der Praxen hilft die Angestellte bei der Reinigung zwangsläufig mit. In zusätzlich 10% der Praxen hilft jemand mit, der keinen Lohn dafür erhält! Damit werden die Infrastrukturkosten künstlich tief gehalten.
Auf der Einnahmeseite ist ausserdem ein wesentlicher Aspekt bisher unbeachtet geblieben.
Durch das junge Patientengut sind die Umsatzanteile der Impfstoffe in allen Kantonen, ob nicht-selbstdispensierend, gemischt selbstdispensierend oder dispensierend entscheidende Faktoren im Erwirtschaften eines Praxisgewinns. Mit der Einführung der neuen Medikamentenpreise auf den 1.7.2001 sind die teuren, aber patientenschonenden Kombinationsimpfstoffe um fast 10% billiger geworden. Erfahrungsgemäss betrifft dies aber nicht den Einkauf, sondern die Gewinnseite. Damit fällt eine weitere entscheidende Kompensationsmöglichkeit der Praxiskosten weg.
Leider sind aber nicht nur Effekte der Infrastuktur entscheidend für die Fehlbewertung. Mit der Analyse der umsatzstärksten Positionen in den einzelnen Kantonen durch die NewIndex wurde auch herausgearbeitet, dass bei den Pädiatern 80% der Arztleistungen durch Grundleistungen erzielt werden. Ganz im Gegensatz zu den übrigen Grundversorgern, bei denen der Anteil lediglich 20% beträgt. Da der Stellenwert der Arbeit beider Berufsgruppen aber sicher gleich hoch bewertet werden muss, ist ein weiteres Ungleichgewicht geschaffen worden. Die Grundleistungen sind nämlich die am niedrigsten bewerteten Leistungen. Mit total 3.48 Taxpunkten pro Minute (AL+TL) resultiert bei einem fiktiven Taxpunktwert von 1 Fr./Min. ein Bruttostundenumsatz von Fr. 208.80. Damit kann aber eine durchschnittliche Praxis nicht mehr finanziert werden, auch nicht wenn Reinigungspersonal unentgeltlich arbeitet. Und schon gar nicht, wenn der Taxpunktwert unter einem Franken zu liegen kommt. Andere Berufgruppen werden sich über den Zulauf an medizinisch gebildetem Hilfspersonal freuen!
Die Forderungen sind damit hinlänglich belegt:
entweder
wird die technische Leistung(TL) allein so viel höher bewertet, dass eine realistische Vergütung des Aufwandes erzielt werden kann
oder
es werden AL und TL in dem Masse angehoben, dass ein gleichwertiger Effekt entsteht.
Jede andere Struktur des Tarifes ist nicht akzeptabel.
P.S : Wie am 1. August 2001 von Seite der FMH bestätigt wurde, haben die Vertragspartner für TarMed in der TaskForce-Sitzung vom 31.Juli 2001 entschieden, eine Korrektur für Pädiater und Kinderchirurgen vorzunehmen. Es wird ein TL-Zuschlag von 12 Punkten für Kinder unter 6 Jahren zu den ersten 5 Minuten geben. Qualitative Dignität nur Pädiater und Kinderchirurgen. Der genaue Wortlaut wird in der Projektleitung festgelegt. Damit wird erreicht, dass bei gleichem Taxpunktwert die Pädiater gegenüber den übrigen Grundversorgern nicht absinken.
M.Belvedere, Zürich
Dr. med. Marco Belvedere
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8053 Zürich
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