3. Pädiatrie Kolloquium Zürich, 3./4. November 2000, Feusisberg
"Klinikpädiatrie 2000: Quo vadis?"


44 Klinikpädiater im mittleren und höheren Kader haben sich am 3. und 4. November 2000 auf dem Feusisberg mit der Zukunft der klinischen Pädiatrie auseinandergesetzt und konkrete Schritte eingeleitet.

In Workshops und anschliessenden Plenumsdiskussionen wurden in 3 Phasen folgende Themenbereiche bearbeitet:

1. Phase:

Wo drückt der Schuh?

Die Themenbereiche "Allgemeine und politische Aspekte", "Spezialitäten, Spezialisten, Karriere" sowie "Administratives, Betrieb, Finanzen" wurden auf aktuelle Problemstellungen analysiert. Es entstand eine Auslegeordnung der wichtigen "Druckstellen" als Ausgangslage für die weitere Tagung.

2. Phase:

Probleme der Klinikpädiatrie?

Eine Analyse möglicher Ursachen für obgenannte Themenbereiche wurde vorgenommen: Genaue Definition der Probleme, Diskussion der Ursachen sowie Nennung der möglichen Lösungsträger resp. –instanzen waren Traktanden in diesem 2. Workshop.

3. Phase:

Lösungen und Massnahmen?

Es wurden mögliche Lösungsansätze beleuchtet und priorisiert sowie erste konkrete Lösungs-Schritte eingeleitet. Die nachfolgend aufgeführten Beschlüsse zeigen diese Perspektiven auf.

 

a) PR (Public relations)

"100 Jahre SGP" im Juni 2001 soll auch Anlass sein, eine PR-Kampagne zu starten. Politikern, Kollegen, der Bevölkerung und vor allem den Eltern soll bewusst werden, "Warum das Kind den Kinderarzt braucht".

Der Zentralvorstand der SGP, der am Thema schon arbeitet, wird von Teilnehmenden aus dem Kolloquium unterstützt. Eine Task-Force (Leitung PD Dr. A. Superti-Furga, Zürich) wurde gebildet. Sie soll durch eine professionelle PR-Agentur begleitet werden.


b) Verstärkung der Sektion Klinik innerhalb der SGP

Die Vertretung des Vorstandes Sektion Klinik erhält ein klares Mandat. Sie muss unbedingt ihre Handlungsfähigkeit erhöhen. In der Sektion Klinik wird von den Chefs der A-Kliniken ihr Vertreter für klare Aufgaben mandatiert. Der Vorstand konstituiert sich selber und wird über regelmässige news-letters die Mitglieder informieren.

Ein professionelles Sekretariat der SGP mit ca. 50% Beschäftigungsgrad soll die Effizienz und Effektivität der Arbeit der Sektion Klinik steigern. Der Vorstand der Sektion Klinik wird mandatiert, für die rasche Einrichtung dieses Sekretariats besorgt zu sein.

Jedes Jahr wird die Sektion Klinik mindestens 1 Projekt konkret in Angriff nehmen und realisieren. Unter PD Dr. Christian Kind wird das erste Projekt "Outcome" mit einer Task-Force schon dieses Jahr beginnen.


c) Spezialisten

Die Sektion Klinik der SGP wird beauftragt, innerhalb von 6 Monaten die sogenannte "Studie Gugler" zu aktualisieren, d.h. die fachliche Zuständigkeit und Absprache zwischen A-Kliniken zu definieren. Damit soll eine Grundlage geschaffen werden für die "Entwicklung von Kompetenzzentren der Schweiz in den pädiatrischen Disziplinen" (Festlegen von Schwerpunkten, hochspeziellen Leistungen und regionalen Netzwerken).

Die Sektion Klinik der SGP organisiert anschliessend die Vorstellung dieses Konzeptes an der Generalversammlung SGP 2001 in Luzern.


d) Pendenzen

Grundsatzfragen wie "Wollen wir den Pädiater in der heutigen Form und als Grundversorger oder Spezialist?", "Welche Weiterbildungscurricula für Praxis- und Klinikpädiater braucht es wirklich? Was fehlt?", "Wie definiert sich die klinische Pädiatrie?", "Wie könnte die Zusammenarbeit mit der Praxispädiatrie verbessert werden?" sind zusätzliche Fragenkomplexe, die in Kooperation mit praktizierenden Pädiatern diskutiert und zu Lösungsvorschlägen führen müssen.


Grundsätzlich war das 3. Pädiatrie Kolloquium Zürich zum Thema "Klinikpädiatrie 2000: Quo vadis?" ein Erfolg: Erste konkrete Schritte werden unternommen und werden zweifelsfrei die Gesamtpädiatrie stärken.

 

A. Tscherrig, L. Jauslin


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Dernière mise à jour du site: 08.05.2008