TarMed, aktueller Stand der Dinge
(Präsidentenkonferenz vom 27.April 2000)
Deutsche Fassung
- Version française
Paediatrica, vol11 n°3 2000
Editorial des
SGP-Präsidenten
Paediatrica Vol.11 Nr.1
2000
Liebe
Kolleginnen und Kollegen
Ich hoffe, dass Sie alle das Jahr
2000 gut begonnen haben. Nachdem die Welt nicht untergegangen ist und auch
mein Computer wie alle anderen seinen Dienst nicht quittiert hat, kann ich
Ihnen auf diesem Weg die besten Wünsche für das Neue Jahr zukommen lassen.
Hoffentlich gelingen Ihnen viele private und berufliche Projekte und bleibt
Ihnen trotz hektischem Praxis- oder Spitalalltag viel Zeit für erholsame
Stunden.
Zu Beginn dieses Jahres
beschäftigt nicht nur die SGP, sondern die gesamte FMH ein zentrales Thema:
TarMed. Die letzten
Korrekturen und Anpassungen sind während der Festtage, wohl meist ohne
irgendwelche Festtagsstimmung, in grosser Arbeit in der FMH-Zentrale gemacht
worden. Das Produkt, die Version alpha 2.2, gilt als „endgültige“
Fassung, wie sie nach der Verabschiedung durch die Ärztekammer dann an den
Bundesrat eingegeben werden soll. Wer sich die Version in Ruhe betrachten
will, der mache sich auf eine Surf-Reise mit der Adresse www.hin.ch/tarmed,
viel Vergnügen!
Wie alle heutigen Printmedien wird
auch die Paediatrica durch die Aktualität überholt. Ich schreibe dieses
Editorial am Abend einer ganztägigen Präsidentenkonferenz der FMH, an der
über nichts anderes als das neue Tarifwesen diskutiert wurde. Über den
Ausgang dieser langatmigen Verhandlungen bin ich sehr erfreut, hat doch die
Präsidentenkonferenz als vorberatendes Organ die Version alpha 2.2 mit
grossem Mehr angenommen (51 ja / 16 nein bei 9 Enthaltungen), und damit
einen wegweisenden Entscheid zuhanden der Ärztekammer vom 2. Februar
gefällt. Es ist klar, dass Ihnen dieses Abstimmungsresultat beim Lesen
dieser Zeilen bereits bekannt sein wird.
Ohne ein grosser Prophet zu sein,
kann ich davon ausgehen, dass auch die Ärztekammer zustimmen wird. Deshalb
erlaube ich mir bereits heute, auf einige Punkte, die uns in der nahen
Zukunft beschäftigen werden, hinzuweisen.
TarMed wird der gesamten
Ärzteschaft im Rahmen einer Urabstimmung vorgelegt. Noch steht der
Zeitpunkt einer solchen Abstimmung nicht fest, doch lassen die in der SAeZ
publizierten Briefe von Frau BR Dreifuss keinen Zweifel daran offen, dass
eine Umsetzung eines neuen Tarifs nicht mehr lange auf sich warten lassen
kann. Die FMH hat sich jedoch noch nicht für den Zeitpunkt einer solchen
Abstimmung festgelegt. Die möglichen Varianten sind folgende: direkt nach
dem Entscheid der Ärztekammer, nach dem Vorliegen des bundesrätlichen
Beschlusses oder im Anschluss an eine Pilotphase.
Ein Teil unserer Kolleginnen und
Kollegen, in erster Linie aus den invasiven Disziplinen, mussten wesentliche
Eingeständnisse machen. Auch unter den pädiatrischen Tarifpositionen
lassen sich Punkte finden, die nicht optimal geraten sind. Dennoch bin ich
der Überzeugung, dass wir Pädiater insgesamt durch die neuen Gewichtungen
unserer Arbeit im Rahmen von TarMed gewinnen, und dass deshalb aus unseren
Kreisen ein deutliches JA in der Urabstimmung erscheinen sollte.
Allen Beteiligten ist heute klar,
dass TarMed in der vorliegenden Version alpha 2.2 nicht alle Kritiken aus
den früheren Fassungen aufnehmen und korrigieren konnte. Ein Katalog mit
den Positionen, die im laufenden Jahr, d.h. noch vor Einführung des Tarifs
im KVG per 1.1.2001, korrigiert und angepasst werden müssen, liegt vor und
kann auf der oben erwähnten Internet-Adresse eingesehen werden.
Entsprechend sind auch die Rahmenbedingungen gestaltet worden: ab
Einführung des neuen Tarifs wird eine sorgfältige Evaluation dafür
sorgen, dass krasse Veränderungen gegenüber der jetzigen Kostenstruktur
rasch erfasst werden und zu Korrekturen führen. Eine kurzfristige
Rückzugsklausel während den ersten Pilotphasen nach Einführung von TarMed
im „Blauen Tarif“ (1.7.2000) und im Rahmen des KVG (1.1.2001) ist
ebenfalls eingebaut.
Verschiedene Votanten haben an der
Präsidentenkonferenz moniert, dass das ganze Werk zu unausgegoren sei, als
dass man bereits zustimmen könnte. Wenn sich dennoch eine deutliche
Mehrheit für die TarMed Version alpha 2.2 entschieden hat, so wohl deshalb,
weil wir nicht riskieren können, dass ein zaudernde Haltung der
Ärzteschaft das Diktieren eines bundesrätlichen Amttarifs provoziert. In
diesem Sinne fordere ich Sie alle auf, sich intensiv mit den TarMed
Publikationen zu beschäftigen, um mit solidem Wissen an der Urabstimmung
teilnehmen zu können. Sollten relevante neue Mitteilungen auftauchen, so
werden wir Sie über unsere SGP-Homepage (wwf.hin.ch/sgp) informieren.
U. Bühlmann, Präsident SGP
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