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Prepulsid® (Cisaprid) im Säuglings-und KindesalterEmpfehlungen zur TherapieThe Role of Cisapride in the Treatment of Pediatric Gastroesophageal Reflux A Medical Position Statement of
the European Society of Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nurtition
(ESPGHAN) Cisaprid wird als prokinetisch wirksame Substanz weltweit bei der Behandlung intestinaler Motilitätsstörungen eingesetzt und gilt bei der Therapie des gastrooesophagealen Refluxes im Säuglingsalter als eines der wirksamsten Medikamente. Verschiedene Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Cisaprid, haben die Herstellerfirma dazu bewogen, die Indikation einzuschränken und die klinische Wirksamkeit im Kindesalter zu relativieren. Aufgrund dieser Meldungen hat die ESPGHAN in einem Consensus Statement1 folgende Empfehlungen und Vorsichtsmassnahmen für die Therapie mit Cisaprid herausgegeben
ESPGHAN Consensus statement* A) Kontraindikationen für den Einsatz von Cisaprid im Kindesalter: 1. Kombination mit Medikamenten welche zu einer bekannten Verlängerung des QT-Intervalls führen, oder potente CYPB3A4 Inhibitoren wie: Astemizol, Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Miconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Troleandomycin, Nefazodon, Indinavir, Ritonavir, Josamycin, Diphemanil, Terfaridin 2. Stillende Mutter unter einer Therapie mit den in Punkt 1 erwähnten Medikamenten. 3. Bekannte Cisaprid - Überempfindlichkeit 4. Bekanntes kongenitales langes QT-Syndrom oder bekannte idiopathische QT-Verlängerung B) Vorsichtsmassnahmen gelten in folgenden Situationen: 5. Frühgeburtlichkeit: (Startdosis 0.2 mg/kg/Tag), in 4 Dosen obwohl die normale Dosis 0.4 mg/kg/Tag für Frühgeborene ist6. Leber oder Nierenversagen (v.a. Dialysepatienten): Beginn mit 50% der Dosis 7. Unkorrigierte Elektrolytstörungen (K, Mg, Ca) wie sie bei FG auftreten, bei schweren Durchfällen 8. Therapie mit K-verlierenden Diuretica wie Furosemid oder Acetolamid 9. Bei bekannter signifikanter Herzerkrankung inkl. ventrikuläre Arrhythmie, AV-Block II-III, Herzinsuffizienz, ischämische Herzerkrankung, QT-Verlängerung assoziert mit Diabetes mellitus 10. Bei Anamnese mit plötzlichen Kindstod von Geschwistern, signifikanten ALTE-Ereignissen beim Patienten oder dessen Geschwister 11. Bei intracerebralen Erkrankungen wie Encephalitis oder Blutung 12.
Falls Prepulsid von uns verschrieben wird, Mitteilung
an HA betreffend Interaktionen (v.a Makrolid-Antibiotika). Konsequenzen für die Praxis 1. Indikation gut abwägen. 2. Maximaldosis von 0.8 mg/kg/d nicht überschreiten. 3. Absetzen von Prepulsid bei Elektrolytstörungen, Niereninsuffizienz und Leberfunktionsstörungen. 4. Falls Prepulsid von uns verschrieben wird, Eltern informieren bezüglich Interaktionen (v.a Makrolid-Antibiotika). Für die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung Dr. J. Spalinger, Pädiatrische Gastroenterologie, Kinderspital Luzern 21.9.99 |
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