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| 0-23 Monate: | 2-5 Jahre: | |
| 5 | adäquates Lächeln, Weinen, Plappern | verständliche Worte |
| 4 | Schreien, aber tröstbar | unverständliche Worte |
| 3 | Schreien persistierend, nicht tröstbar | Schreien persistierend, nicht tröstbar |
| 2 | Stöhnen oder unverständliche Laute | Stöhnen oder unverständliche Laute |
| 1 | keine | keine |
Bei der Angabe des GCS ist es wichtig, dass nicht einfach der Gesamtscore sondern dieser differenziert angegeben wird. In unserem Beispiel würde das heissen: Nicht "GCS 5", sondern "GCS 5 (A1 M2 V2)".
In einer Akutsituation, in der es vor allem darum geht zu beurteilen, ob der Patient wahrscheinlich imstande ist, seine Atemwege zu kontrollieren, kann folgende einfache Beurteilung des Patienten nützlich sein:
A alert, wach
V responds to voice, reagiert auf Stimme
P responds to pain, reagiert auf Schmerz
U unresponsive, keine Reaktion
"P" entspricht einem GCS von etwa 8, ist mit suffizienter eigener Kontrolle der Atemwege kaum vereinbar und braucht deshalb entsprechende Unterstützung, allenfalls Intubation.
Kommentar zu Antwort 2:
Die Differentialdiagnose ist in so einer Situation sicher korrekt breit zu stellen. Und doch spricht das Alter der Patientin, die bisher blande Anamnese und die Umstände der vergangenen Nacht am ehesten für eine Intoxikation. Für die unmittelbare Erstversorgung spielt die Verdachtsdiagnose aber auch keine wesentliche Rolle. Es geht darum, die Patientin nach dem "Notfall-ABC" (Airway, Breathing, Circulation) zu beurteilen und bei Problemen entsprechend zu behandeln.
Kommentar zu Antwort 3:
Der Medizinstudent hat sicher recht, dass Danielle Benzodiazepine
eingenommen hat, dafür spricht der positive Urinbefund. Das Problem
bei Jungendlichen mit Intoxikationserscheinungen ist aber, dass sie selten
Monosubstanzen einnehmen, sondern eigentliche "Cocktails" von
verschiedenen Dingen, die sich gegenseitig auch potentieren können.
Das erschwert die Diagnostik und damit auch die Therapie.
Bei normalen Werten für Natrium, Glucose, Harnstoff muss vor allem
die erhöhte Osmolalität ins Auge springen. Berechnet wird die
Osmolalität nach der Formel (Na x 2 + Glu + Harnstoff; alle in mmol/l).
Die Differenz zwischen der gemessenen Osmolalität und der berechneten
Osmolalität, die "Osmolalitätslücke" od. "osmotic
gap" ist normalerweise <11mmol/l. In unserem Beispiel ist sie
mit 38mmol/l [320-(136 x 2 +4.3 + 5.7)] erhöht. Die Erhöhung
der Osmolalitätslücke ist ein indirekter Hinweis für das
Vorhandensein von die Osmolalität beeinflussenden Substanzen, nämlich
Äthylalkohol, Methanol und Äthylglykole. Die erhöhte Osmolalitätslücke
ist aber nicht alkoholspezifisch, sondern auch bei Lactatazidose erhöht.
Zudem verringert sich die Lücke beim Abbau von Alkohol und damit
dem Anstieg der toxisch wirksamen Metaboliten und ist deshalb nur in der
Frühphase der Alkoholintoxikation aussagekräftig.
Kommentar zu Antwort 4:
Flumazenil ist ein kompetitiver Antagonist zu Benzodiazepinen und wird bei Bedarf iv appliziert. Der maximale Effekt tritt innerhalb von 5min auf und die Halbwertszeit beträgt 45min. Die Nebenwirkungen von Flumazenil sind Nausea, Erbrechen und Hyptotension. Diese Nebenwirkungen sind an und für sich schon ein Problem bei stark sedierten Patienten mit verminderter Kontrolle über die Atemwege (Aspirationsgefahr), die Benzodiazepine allein eingenommen haben. Wie schon gesagt, nehmen Jugendliche aber selten nur eine Substanz ein. Werden gleichzeitig Substanzen eingenommen, die die Krampfbereitschaft erhöhen (zB Trizyklische Antidepressiva), nimmt der Patient sonst regelmässig Benzodiazepine ein oder neigt er aus seiner Vorgeschichte zu Krämpfen, kann die Antagonisierung mit Flumazenil zur Krampfauslösung und Status epilepticus führen. Die Therapie der Benzodiazepin-Intoxikation besteht in der Unterstützung von Atmung und Kreislauf. Nur wenn dies mit allen zur Verfügung stehen Mitteln nicht möglich ist, kann Flumazenil eine Rolle spielen. Sicher keine Bedeutung hat es in einer Notfallsituation ausserhalb des Spitals.
Früh nach Einnahme von Benzodiazepinen (innerhalb
einer Stunde) kann Aktivkohle (1g/kgKG) verabreicht werden.
Sergio Stocker, Zürich
Korrespondenz:
Dr.med. Sergio Stocker
Leitender Arzt Notfallstation
Universitäts-Kinderklinik
8032 Zürich
Email: sergio.stocker@kispi.unizh.ch
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