Skip to main content

Der Tarmed ist der Tarif für die Vergütung aller ambulant erbrachten ärztlichen Leistungen, ob in der Praxis oder im Spital.

Einführung des Tarmed

Vor Einführung des Tarmed bestanden kantonal unterschiedliche Arzttarife. Die Tarifstruktur Tarmed ist ein Projekt der FMH, der Schweizer Krankenversicherer (santésuisse), der Spitäler der Schweiz (H+) sowie  den eidgenössischen Sozialversicherern (Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung).

Der Tarmed wurde im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2004 eingeführt, er ist gesamtschweizerisch gültig. Seit der Einführung des Tarmeds wurden einzelne Tarifpositionen angepasst, die Tarifstruktur wurde jedoch nie gesamthaft revidiert.

JA zur Hausarztmedizin

2009 lancierte der neu gegründete Berufsverband Haus- und Kinderärzte Schweiz (MFE) die Initiative „Ja zur Hausarztmedizin» mit dem Ziel der Förderung und Sicherstellung der Hausarztmedizin. Die Initiative wurde im 2010 eingereicht. 2013 wurde die Initiative zurückgezogen, nachdem Parlament und Ständerat einen direkten Gegenentwurf angenommen hatten und die Resultate des Masterplans vorlagen.

Die Abstimmung über den Verfassungsartikel «Medizinische Grundversorgung» wurde am 18. Mai 2014 mit einem Stimmenanteil von 88 % JA deutlich angenommen.

Subsidiäre Kompetenz des Bundesrates

Seit 2013 hat der Bundesrat die Kompetenz, die Struktur des TARMED anzupassen, wenn sie sich als nicht mehr sachgerecht erweist und sich die Parteien nicht auf eine Revision einigen können.

Erster bundesrätlicher Tarifeingriff, Grundversorgerkapitel 40

2014 machte der Bundesrat erstmals von seiner subsidiären Kompetenz Gebrauch und nahm Anpassungen am TARMED vor. Das Grundversorgerkapitel 40 wurde eingeführt mit dem Ziel, Haus- und Kinderärztliche Tätigkeiten besser abzugelten. Es beinhaltet die Tarmed-Zuschlagsposition 00.0015 für explizit hausärztliche Leistungen.

Tarvision

Nachdem das Projekt ,,Tarmed 2010“ an unüberwindbaren Differenzen der beteiligten Verhandlungspartner scheiterte, lancierte die FMH das Projekt „Tarvision“ mit Beteiligung von H+ zur Revision der Tarifstruktur Tarmed.

Anfang 2016 startete die Vernehmlassung des gemeinsam ausgearbeiteten Tarifs innerhalb der FMH. Nach einem Nein der ordentlichen FMH-Mitglieder in der Urabstimmung vom Juni 2016 wurde das Projekt beendet. Damit konnten die Tarifpartner den Auftrag des Gesetzgebers, für einen sachgerechten Tarif zu sorgen, nicht erfüllen.

Übergangslösung für das Jahr 2017

Nachdem keine Einigung der Tarifpartner über eine revidierte Tarifstruktur für ambulante ärztliche Leistungen möglich war, hat der Spitalverband H+ den Tarmed-Rahmenvertrag im Juni 2016 auf Ende 2016 gekündigt. Um einen vertrags- bzw. tarifstrukturlosen Zustand zu verhindern, haben sich die Tarifpartner darauf geeinigt, die bestehende Tarifstruktur (inkl. Grundversorgerkapitel 40) befristet bis Ende 2017 weiter anzuwenden.

Tarco

Die Notwendigkeit der Tarifrevision ist unbestritten, ebenso wenig die zentrale Rolle der Ärzteschaft in diesem Prozess. Im September 2016 hat die Delegiertenversammlung der FMH das Grobkonzept für das Nachfolgeprojekt Tarco (= Tarmedconsensus) verabschiedet und der FMH damit ein neues Mandat zur Weiterführung der Tarifrevision erteilt.

Zweiter bundesrätlicher Tarifeingriff

Nach dem bundesrätlichen Grundsatzentscheid zum zweiten Tarifeingriff vom 18. August 2017 zum zweiten Tarifeingriff in die Tarifstruktur Tarmed, wurde am 16. Oktober 2017 die definitive Verordnung publiziert. Damit nimmt der Bundesrat seine gesetzliche subsidiäre Kompetenz per 1. Januar 2018 erneut wahr. Die nun definitiv bekannten Massnahmen dieses Eingriffs führen zu umfassenden Änderungen der Tarifstruktur Tarned.

Tarmed-Änderungen ab 01.01.2018

Änderung der Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung: Inhalt und Kommentar vom 18.10.2017

Stellungnahme der SGP zum bundesrätlichen Tarifeingriff 2017

Faktenblatt vom 28.08.2017: Anpassungen des Ärztetarifs Tarmed