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Die Einführung des TARMED im Jahr 2004 hat die Grundversorger benachteiligt. Seither machen sich die Haus- und Kinderärzte für gleiche Rechte und Chancen stark.

Ja zur Hausarztmedizin

Am 1. April 2006 hat in Bern die mit 12‘000 Teilnehmenden bisher grösste Ärztekundgebung in der Schweiz stattgefunden. Eine der zentralen Forderungen waren gleiche Rechte und Chancen in Tariffragen für Haus- und Kinderärzte. In der Folge hat der neu gegründete Berufsverband Haus- und Kinderärzte Schweiz MFE im Oktober 2009 die Initiative „Ja zur Hausarztmedizin“ lanciert und diese im April 2010 eingereicht. Nach langen Beratungen hat das Parlament im September 2013 einen Gegenvorschlag verabschiedet, woraufhin das Initiativkomitee die Volksinitiative zurückgezogen hat.

 

Dem von Bund, Kantonen und Parlament vorgeschlagenen neuen Verfassungsartikel über die medizinische Grundversorgung hatd as Schweizer Stimmvolk am 18. Mai 2014 mit einem überwältigenden Stimmenanteil von 88% JA zugestimmt.  Damit wird die Bundesverfassung mit Artikel 117 a ergänzt: „Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine ausreichende, allen zugängliche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität. Sie anerkennen und fördern die Hausarztmedizin als einen wesentlichen Bestandteil dieser Grundversorgung. Der Bund erlässt Vorschriften über die Aus- und Weiterbildung für Berufe der medizinischen Grundversorgung und über die Anforderungen zur Ausübung dieser Berufe sowie die angemessene Abgeltung der Leistungen der Hausarztmedizin.“

Grundversorgerkapitel 40

Die Vorgaben bei der Einführung des TARMED im Jahr 2004 haben die Grundversorger benachteiligt, das Grundversorgerkapitel 40 sollte Abhilfe schaffen und die haus- und kinderärztliche Tätigkeit sachgerecht abbilden. Die Idee dieses Kapitels ist im Rahmen des Tarifrevisionsprojekts der FMH «Tarvision» lanciert worden und bildete 2012 ein wichtiges Element des Masterplans. Seit 1. Oktober 2014 gilt die «Verordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung» mit der Tarmed-Zuschlagsposition 00.0015 für explizit hausärztliche Leistungen.

TARVISION

Aufgrund der Blockaden unter dem Dach von TARMED Suisse hat die FMH im Jahre 2010 die Tarifrevision unter dem Projektnamen TARVISION eigenständig an die Hand genommen. Die langwierigen Verhandlungen haben nicht zum Erfolg geführt und mit dem Nein der ordentlichen FMH-Mitglieder in der Urabstimmung vom Juni 2016 wurde das Projekt beendet. Die Notwendigkeit der Tarifrevision wird hingegen nicht in Frage gestellt, ebenso wenig die zentrale Rolle der Ärzteschaft in diesem Prozess. Im September 2016 hat die Delegiertenversammlung der FMH das Grobkonzept für das Nachfolgeprojekt TARCO verabschiedet und der FMH damit ein neues Mandat zur Weiterführung der Tarifrevision erteilt.